Fünfzehn Frauen - fünfzehn Straßen
Das Projekt „15 Frauen“ entstand 2025 im Anschluss an eine von der Sozialwissenschaftlerin Lydia Paggen geleiteten thematischen Stadtführung zu nach Frauen benannten Straßen in Krefeld. Unter den ohnehin wenigen weiblichen Straßennamen identifizierte sich eine Gruppe von fünfzehn lokalhistorisch belegbaren Persönlichkeiten, deren Lebenswege eng mit der Stadtgeschichte verbunden sind.
Die künstlerische Konzeption basiert auf einer Überlagerung zweier Zeitebenen: Jede historische Persönlichkeit wird in zeittypischer Kleidung porträtiert und in die heutige Ansicht der nach ihr benannten Straße integriert. Charakteristische Attribute verweisen auf biografische Kontexte.
Durch diese bewusste Verschränkung von historischem Porträt und aktuellem Stadtbild entsteht eine bildliche Brücke zwischen Gestern und Heute. Einerseits wird so die historische Dimension des scheinbar vertrauten Straßenraums sichtbar gemacht, andererseits rückt die gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung der dargestellten Frauen auch für die heutige Zeit in den Fokus. Sie treten gleichsam aus der Abstraktion des Straßenschildes heraus und laden dazu ein, den urbanen Raum neu wahrzunehmen und die Geschichten hinter den Straßennamen zu entdecken.
Formal handelt es sich um Acrylgemälde im Format 90 × 90 cm. Die quadratische Form unterstützt eine ikonische Verdichtung; die Verbindung realistischer Figurendarstellung mit zeitgenössischer Stadtszenerie erzeugt eine produktive Spannung zwischen historischer Rekonstruktion und künstlerischer Interpretation.
